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7 | Die kreative Methode komplett beherrschen
OsbornhatteinseinerBeratungs–PraxisparallelzudenUntersuchungsergeb
nissen von Robert F . Bales in Harvard festgestellt, dass Arbeitsgruppen – wie
er es nannte – »kreativer Imagination« Widerstände entgegensetzen. (14) Ihm
war aufgefallen, dass dieser Imagination mittels beurteilender Argumentati
onen und Skeptizismus folgenreich gegengesteuert wird. In die Sprache von
Bales› Ansatz übersetzt zeigte sich, dass die offen zu tage tretende B–Orien
tierunginderArbeitssituationstetsmitmassivenÄußerungenderF–Orientie
rung konfrontiert wurde.
Osborn hatte in diesem Zusammenhang eine differenzierte Sichtweise. Er
stellte im Detail fest, dass die Vorteile und Stärken des beurteilenden Denkens
(F) in der Gruppe darin bestehen, Arbeitsschritte zu organisieren, Fakten zu
analysieren, abzuwägen, zu vergleichen, zusammenzufassen und Schlussfol
gerungen zu bilden. Die Stärke der kreativen Imagination (B), sah er darin, auf
grundvonFaktenzuimprovisieren,umzuneuenLösungenzukommen,neue
Verbindungen herzustellen und ungewöhnliche Ideen zu produzieren.
Osborn Osborn erkannte, dass hohe kreative Produktivität im Zusammenhang mit
»bändigte« Kommunikations–Aufgabenstellungen möglich ist und regelmäßig erreicht
einseitiges werden kann. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die beiden betrach
Denken. teten gegenläufigen Kompetenzen abgestimmt und separiert voneinander
arbeiten können, ohne sich gegenseitig zu stören. Denn hat das beurteilende
Denken(F)ÜberhandgegenüberderImagination(B),wirkeneinseitigeArbeits
routinen, die im Laufe der Zeit die Effektivität der Gruppenarbeit an Problem
lösungenstagnierenlassen.MitBlickaufdasEinstein–Zitat,dasdiesemKapitel
vorweggestellt ist, können wir sagen, dass sich in dieser Konstellation Mitar
beiter in »Holzhacker« verwandeln. Wird andererseits die kreativeImagination
(B)überakzentuiert, häufen sich ungeprüfte, zu wenig durchdachte Ideen, die
zu keinen befriedigenden Ergebnissen und stattdessen zu chaotisch anmu
tenden Arbeitssituationen führen.
Der Weg zur gelingenden kreativen Arbeit besteht darin, die Gruppen
arbeit von Kommunikations–Professionals so zu moderieren, dass sich beur
teilendesDenkenundkreativeImaginationen – statt sich zu stören – gegenseitig
stützen.

