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5 | Beziehungen zur Öffentlichkeit systematisch ausloten
Das Kommunikations–Modell eines Krankenhaus–Betriebs im
gesellschaftlichen Umfeld
In der nebenstehenden Grafik schauen wir uns die grundlegende Kommunikationssitua
tionen eines Krankenhauses im 21. Jahrhundert an und kommentieren in Stichpunkten die
Besonderheiten:
Herausforderung: Einführung eines Business–Modells – Kommerzialisierung einer Wohl-
fahrts–Institution
• bisherigerStatus:Institutioninöffentlicher,meiststaatlicherTrägerschaft;Behandlungs–
Kundenmusstennichtakquiriertwerden,wurdenohneeigeneInitiativezugeteilt;Profitabili
tätwarimWesentlichenunabhängigvonBehandlungsqualitätsichergestellt.
• Kommunikations–Aufgabe:NeuerfindungderKrankenanstaltalsOrganisation,diesichals
wettbewerbsstarkesUnternehmenaufeinemumkämpftenGesundheitsmarktmitstarker
KonkurrenzumBehandlungsfälleerfolgreichselbständigbemüht.
• Kommunikations–Herausforderung–Säulenstruktur
DieKrankenhaus–OrganisationhatbisherkaumErfahrungdamit,sichalsDienstleister
gegenüberderAußenweltzupositionieren;diekonservativeKrankenhaus–Mitarbeiter
strukturistgeprägtdurcheineKonstellationnebeneinanderaufgebauterSäulen,zwischen
denenkaumoffeneKommunikationüberProblemestattfindet;zwischendenSäulenlaufen
schwerpunktmäßigstrenghierarchischeInteraktionenab,diedurchdie»klassische«Medi
ziner–Arbeitsteilunggeprägtist,dieeinheitliche,gleichberechtigteKommunikationüber
Säulen–Grenzenhinwegnichtbegünstigt:ärztlichesPersonalhier,Pflege–Personaldortund
meistaußenvor:dasVerwaltungspersonal.
• Kommunikations–Herausforderung–divergierendeLeitungsansprüche
AbjetztsindmedizinischeLeitung,Verwaltungs–undPflege–Leitungzumgemeinschaft
lichenzielführendenVorgehengegenüberderÖffentlichkeitundpotenziellenNachfragern
vonBehandlungsleistungenaufgefordert;
dieseLeitungenunddiedahinterstehendenGruppenhabensehrunterschiedlicheQualifi
kationen,sprechenunterschiedliche»Fachsprachen«,habenunterschiedlicheVorstellungen
vonProfessionalität,zeigenunterschiedlicheBereitschaft,mitdenVertreternderübrigen
Säulenkollegialumzugehen,gleichberechtigtzudiskutierenundsicheinemgemeinsamen
Ziel–etwaProfitabilitätzuerreichen–zuunterwerfen;
dieBeteiligtenhadernmitderBelastungdurchfachfremdeneueAufgabenstellungen,mit
denensiesichaufgrundihrerbisherigenBerufserfahrungundUrsprungs–Qualifikationnicht
identifizierenmögen–unterschwelligodersogaroffenwirddiegeforderteKommerzialisie
rungdesKrankenkaus–Betriebsabgelehnt.
• KommunikationszielekommerziellerfolgreicherKrankenhäuser:
(A)–angesichtseineshartumkämpftenPatienten–MarktesInteresseameigenenBehand
lungsproduktwecken
(G)–gesundheitspolitischeInstitutionenüberzeugen–Krankenkassengegenüberdie
KostengerechtigkeitunddieQualitätderBehandlungsergebnissezubelegen,dennnur»über
zeugte«KassenleitenihreVersichertenindasKrankenhausundbestimmensoüberAuslas
tungunddurchKostenübernahme–PolitiküberdasGeschäftsergebnisdesHauses;
(I)dasKrankenhausstehtständiginderDiskussionetwaderlokalenMedien–hieristinder
häufigkritischenDiskussionlaufendderguteRufdesHauseserfolgreichzuverteidigen
(L)imfachlichenDiskurshabeninsbesonderedieärztlichenAutoritätenfürdiefachlicheAn
erkennungderKompetenzdesHauseszuarbeitenundnichtalleinfürihreeigenepersönliche
Karriereinitiativzuwerden.Siehabenlangfristigdafürzusorgen,dassmedizinischerNach
wuchsdasHausalsattraktivenArbeitsplatzundalsattraktiveWirkungsstättewahrnimmt

